Heilkunst – Mut zur Menschlichkeit

Heilkunst – Mut zur Menschlichkeit

Bernhard Lown

Schattauer Verlag

1. Auflage (26. August 2015)

ISBN-13: 978-3794531257

 

 

Bernard Lown, geboren 1921 in Litauen, ist ein US-amerikanischer Kardiologe.

Er ist zudem Gründer des Lown Cardiovascular Center an der Harvard Medical School der Harvard University in Cambridge (Massachusetts)

 

„Worte sind das mächtigste Hilfsmittel, das ein Arzt besitzt. Patienten sehnen sich nach Fürsorge, die weitgehend durch Worte vermittelt wird. Ein Gespräch kann Therapie sein.“

Bernard Lown gehört zu den bedeutendsten Ärzten unserer Zeit und hat durch seine Kampagne für eine Medizin mit menschlichem Gesicht weltweit Ärzte erreicht und zum Umdenken bewegt.

Er mahnt in diesem Buch, die Menschlichkeit in der Medizin nicht preiszugeben, aber er bleibt nicht bei der Klage stehen, sondern er macht auch Mut und zeigt, dass es möglich ist, trotz allem gute Medizin zu machen.

 

Mediziner werden dazu „erzogen“, immer mehr technischen Möglichkeiten zu vertrauen und damit eigene menschliche Fähigkeiten zu verlieren. Lown berichtet darüber, was einen guten Arzt ausmacht und berichtet ehrlich und leidenschaftlich über die Möglichkeiten, die „ärztliche Heilkunst“ wieder in den Vordergrund zu bringen. Hierbei kritisiert er besonders die immer weiter vorangetriebene Kommerzialisierung des Gesundheitswesens und bewirbt die Rückkehr zu einer humanen Medizin.

Anhand persönlicher Erlebnisse und Fallgeschichten zeigt Lown auf einfühlsame und interessante Art und Weise, wie und was er selbst im Kontakt mit Patienten und von diesen lernen konnte. Manche dieser Aspekte mögen selbstverständlich erscheinen, wie etwa das Zuhören, speziell älteren Menschen gegenüber, nicht dem Zeitdruck nachgeben, eine überlegte Wortwahl dem Patienten gegenüber, eine gründliche und vollständige körperliche Untersuchung, auch auf die Angehörigen hören und diese als zusätzliche Informationsquelle wertschätzen, nicht dem „Scheuklappenblick“ auf das Hauptleiden des Patienten verfallen, Überbehandlungen vermeiden und die Möglichkeit, sich selbst als ärztliches Placebo zu nutzen.

 

Lown legt klar den Fokus auf die Bedeutung der Arzt-Patienten-Beziehung als bestes Heilmittel und die optimale Verwendung der verfügbaren Zeit, anstatt sofort Apparate-Tests durchzuführen..
Anhand eines Dialoges mit Melanie, seiner Enkelin, werden auch Fragen des jüngeren Kollegiums thematisiert, so etwa die Bedeutung des Hausbesuches.

Hier fragt man sich auch, wie nötig die körperliche Untersuchung heutzutage mit umfassenden technischen Möglichkeiten überhaupt noch ist?

Ist es einem erfahrenen Kliniker wie Lown wirklich durch einen einfachen Händedruck möglich, die Krankheit eines Patienten zu erraten?

Er präsentiert sich hierbei nicht nur als begeisterter Wissenschaftler und engagierter Arzt, auch seine hervorstechende Menschenkenntnis und der sehr angenehme Erzählstil machen die Lektüre dieses Werkes besonders. Eindeutig empfehlenswert für angehende oder frischgebackene Ärzte, die von dieser Berufserfahrung profitieren können und sich in den Kernfragen sicher wiederfinden werden.

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