Homöopathie für Kinder pocket

Ein interessantes Buch – aber für wenn?

Die Autorinnen Lauterbach und Schröder wenden sich in Ihrem Vorwort an Eltern und möchten sie „anregen, homöopathische Mittel kennenzulernen und bei kleineren Erkrankungen ihrer Kinder selbst anzuwenden.“ Zugleich möchten sie „die Grenzen der Selbstbehandlung und das Behandlungsspektrum in den Händen
erfahrener Therapeuten aufzeigen.“

Auf 405 Seiten möchten die Autorinnen also in erster Linie Eltern
ansprechen. Aufgeteilt haben sie dazu Ihr Buch in 5 Kapitel.

  1. Grundlagen
  2. Erkrankungen und Verletzungen
  3. Homöopathische Arzneimittel
  4. Naturheilkundliche Begleitmaßnahmen
  5. Die Homöopathische Hausapotheke

Die Grundlagen, die eine Einführung in die Homöopathie geben wollen, aber auch eine Stellungnahme zu Impfungen enthält und sich mit der Benutzung des Buches beschäftigt umfasst immerhin 62 Seiten. Das ist sehr ausführlich für einen Einstieg, für eine Umfangreiche und tief ergehende Beschäftigung mit dem Thema jedoch zu kurz und vor allen Dinge mit zu wenigen Hinweisen auf Informationsquellen versehen. Auch die starke Gegenüberstellung von Homöopathie und Schulmedizin (Allopathie) macht es Eltern wahrscheinlich eher schwer einen Weg zu finden der zum Wohle des Kindes beides verbindet.

Der Teil zu Erkrankungen und Verletzungen ist ganz nett, allerdings gibt es bei fast jeder Erkrankung mehrerer Möglichkeiten, was dem unerfahrenen Elternteil die Auswahl schwer machen dürfte.Ein wirkliches Ärgernis in diesem Teil des Buches sind die Aussagen zur Vitamin D Prophylaxe. Die Autorinnen weichen von der aktuellen DGKJ Empfehlung mit der Begründung „die offizielle Dosierungsempfehlung von täglich 500 Einheiten Vitamin D bis zu vollendeten 2. Lebensjahr ist aus unserer Sicht zu hoch“ ohne weitere Nennung von Belegen ab.
Diese Abweichung bezieht sich zum Einen nicht auf die aktuelle Empfehlung in der die Vitamin D Prophylaxe bis zum zweiten Frühsommer, ab der Geburt des Kindes gerechnet empfohlen wird, zum Anderen schafft sie zusätzliche Verunsicherung ohne Belege zu bieten.

Wirklich schön ist der Teil über die homöopathischen Arzneimittel. Bilder und Informationen zu Allgemeinem, zu typischen Symptomen und Auslösern sowie zu Verbesserung und Verschlechterung bringen einem wichtige homöopathische Mittel näher.
Eine „Übersetzungsliste am Anfang dieses Teils trägt zu zusätzlicher Übersichtlichkeit bei.

Der Teil über naturheilkundliche Begleitmaßnahmen ist zu kurz im wirklich hilfreich zu sein und die Empfehlungen zur Homöopathischen Hausapotheke schien mir mit 32 Mitteln doch sehr umfangreich zu sein, ist aber mit anderen Empfehlungen durchaus vergleichbar.

Alles in allem halte ich das Buch für zu umfangreich, um Eltern wirklich im Alltag behilflich zu sein und für nicht geeignet um sich als Student oder Arzt tiefergehend mit dem Thema Homöopathie auseinanderzusetzen. Werke mit vergleichbaren Namen anderer Verlage sind außerdem meist billiger.

Einschränkend muss ich zugeben, dass die Einschätzung hinsichtlich der Anwendbarkeit im Alltag nur indirekt erfolgen konnte, da ich noch keine eigenen Kinder habe.

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