Kurzatlas Chirurgie

 

Jeder Handwerker kann sich freuen: Der Hamburger Chirurg und Lehrbuchschreiber (z.B. Kurzlehrbuch Chirurgie, Thieme) hat ein Schritt-für-Schritt Manual für alle Medizinstudierenden zusammengestellt, die die Chirurgie nicht nur durch die Pauwels-Klassifikation kennen lernen möchten, sondern tatsächlich etwas handwerklich reparieren wollen.

Der übersichtliche Operationsatlas bietet gut verständliche Einblicke in relevante Eingriffe aus dem weiten Feld der schneidenden Kunst. So scheint er nicht nur für solche mit festem Fokus auf die Chirurgie geeignet, sondern auch für Allgemeinmediziner, Dermatologen, und sogar auch Internisten oder solche, die es einmal werden möchten.

Das ca. 190 Seiten fassende Buch (Format etwas größer als A5) gliedert sich in einen allgemeinen und einen speziellen Teil. Der erste Abschnitt behandelt der Vollständigkeit halber die Nahttechniken und die Venenpunktion, wofür man zugegebenermaßen kein Lehrbuch benötigt. Aber dazu kommen noch hilfreiche, gezeichnete Abbildungen und kurze Anmerkungen zu Indikation und Komplikationen zu solchen Themen wie Harnblasenpunktion, ZVK, Aszitespunktion und auch, etwas umfassender abgehandelt, Gelenkpunktion, was ja sogar mal ein Internist können sollte. Natürlich stellt sich nun die Frage ob man durch solch ein Büchlein diese Eingriffe können kann. Auch wenn man das Buch studiert hat, wird man nicht, ohne dass ein erfahrener Arzt einem die Intervention mal demonstriert hat, die Voraussetzung zum eigenständigen Vorgehen erworben haben. Man kann den Atlas im allgemeinen Teil eher als Wiederholungsmöglichkeit zum Rekapitulieren sehen.

Einen anderen Zweck scheint hingegen der spezielle Teil zu haben. Hier werden Themen von Basaliom-Entfernung über Appendektomie bis zur Leistenbruch-OP und auch der Weber-A-Fraktur behandelt. Es sind also alles Operationen, bei denen man vielleicht auch mal als guter PJ-ler den Operateur spielen dürfte. Und für alle anderen, die nicht gleich Kapitän auf hoher See sein werden, sind die Operationsdarstellungen zumindest sehr gut geeignet, um zu verstehen, was unter dem grünen Tuch vor sich gehen wird.

Alles in allem ist diese Operationslehre eine gute neue Idee im Sortiment des Thieme-Verlags. Würde man sich nun als Studierender mit knapper Kasse das Manual kaufen? Es lohnt sich sicherlich, wenn man einfach ein wenig mehr als nur das bloße Lehrbuchwissen (oder Altklausurwissen) aus der Chirurgie mitnehmen möchte, und auch mal selber zu der Ehre kommen möchte, eine doppelte Durchstechligatur im Praktikum oder PJ zu zaubern.

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