Memotricks: Physiologie/Anatomie (Elsevier)

memoanatDas Buch Memotricks Physiologie/ Anatomie baut, wie der Name schon andeutet, auf der sehr löblichen Idee auf komplexere Lerninhalte der Physiologie und der Anatomie „gehirngerecht“ aufgearbeitet zu präsentieren.
Der Aufbau gestaltet sich folgendermaßen: Der Hauptteil des Buches befindet sich thematisch sortiert auf den ersten knapp zweihundert Seiten. Zu jedem Thema, wie beispielsweise die Anatomie des Ohrs oder den alfa-1-Adrenorezeptoren, gibt es eine Doppelseite. Auf der linken Seite befinden sich die wichtigsten Fakten zu diesem Thema. Auf der rechten Seite befindet sich der eigentliche Lerninhalt in Form von „gehirngerechten“ Lernbildern, welche mit Stich- und Merkworten ergänzt sind. So werden Podozyten zum Beispiel als kleine Füße um die Bowman-Kapsel herum dargestellt. Beide Seiten sind so angelegt, dass sie mit eigenen Texten und Zeichnungen ergänzt werden können und sollten. Im Anschluss an den Hauptteil des Buches befinden sich auf rund fünfundzwanzig Seiten Tabellen zu Knochen, Muskeln, Arterien und zur Innervation.
Das Konzept des Buchs scheint im Wesentlichen auf Vera F. Birkenbihls Buch „Stroh im Kopf“ aufzubauen. Es soll dem “Gehirnbenutzer” erleichtern komplex erscheinende Sachverhalte einfacher, schneller und nachhaltiger zu verinnerlichen. Allerdings eignet sich das Buch meines Erachtens nicht als Lehrbuch, da Sachverhalte nicht erklärt werden. Es eignet sich lediglich dazu erlerntes anzuwenden und zu festigen. Das Niveau des Buches geht an sich nicht über das eines abgespeckten Basislehrbuchs hinaus und muss daher selber vervollständigt werden. Außerdem sind die Lernbilder zum Teil so verwirrend, dass es einfacher erscheint sich selber etwas auszudenken anstatt die vorliergenden Bilder zu verstehen. Genau das ist eigentlich auch der Kern der Angelegenheit: Es handelt sich um ein „Selbermachbuch“ und alles was schon drin steht, gibt im besten Fall Anregungen wie man es machen könnte, stört aber eigentlich nur dabei selber sein Gehirn zu benutzen.
Das Buch ermutigt zu einer „neuen“ Art des Lernens. Wenn man jedoch tatsächlich an alternativen Lernformen interessiert ist, sollte man sich besser mit einschlägigen Lernbüchern auseinander setzen.

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