Taschenatlas Physiologie

Beim im Folgenden rezensierten Buch handelt es sich um den Taschenatlas Physiologie vom Thieme-Verlag.

 

Aufbau und Inhalt

 

Der Taschenatlas Physiologie umfasst 472 Seiten, aufgeteilt in 13 Kapitel mit Unterkapitel, die jedoch nicht nummeriert sind. Das Buch enthält 201 farbige Abbildungen (Verlagsangabe).

Kapitel 1 behandelt die physiologischen Grundlagen und der Zellphysiologie. Die Kapitel 2 – 12 umfassen weitere wichtige Themen der Physiologie, wie beispielsweise Säure-Basen-Haushalt, Niere, Herz und Kreislauf. Im letzten Kapitel „Anhang“ werden Dinge wie Messgrößen, Maßeinheiten und wichtige Formeln zusammengefasst.

Jedes Kapitel beginnt mit einem Absatz, in welchem ein kurzer Überblick über das folgende Thema, die Aufgaben oder der Bau des thematisierten Organs gegeben wird.

Bis auf wenige Ausnahmen sind die Doppelseiten nach dem gleichen Schema aufgebaut. Die linke Seite enthält den Text, aufgeteilt in zwei Spalten, und auf der rechten befinden sich Graphiken, Abbildungen und Tabellen, die sich auf den jeweiligen Text beziehen.

Da es sich bei dem Buch um einen Taschenatlas handelt und alles etwas kompakter gestaltet sein muss, ist die Schriftgröße relativ klein und die Seiten sind sehr voll geschrieben. Vor allem die schmalen Ränder zum Buchrücken hin führen zu einem teils beschwerlichen Lesen der letzten Wörter pro Zeile, da diese schon halb im Knick verschwinden. Wenn das alles jedoch größer (und somit übersichtlicher) gestaltet wäre, wäre es natürlich aber auch kein „Taschen“-Atlas mehr.

Wie bereits beschrieben sind die Unterkapitel nicht durchnummeriert. Sie sind auch nicht als Überschriften im Text zu finden, sondern ausschließlich auf den oberen Seitenrändern, sozusagen als Kopfzeile mit der Seitenzahl zusammen. Das führt dazu, dass der Text als einziger Fließtext (bis auf wenige Absätze) gedruckt ist, was das Lesen etwas anstrengend macht. Ein Unterkapitel umfasst fast immer eine Doppelseite, also eine Text- und eine Bildseite, was letztlich doch zu einer gewissen Übersichtlichkeit führt. Trotzdem ist das „Fehlen“ von Überschriften im Text gewöhnungsbedürftig.

Im Übrigen ist die Überschrift des Überkapitels durchgängig an jedem Seitenrand zu finden.

Fett gedruckte Schlüsselworte und selten vorkommende Zwischenüberschriften sind die einzigen Hervorhebungen im Text.

 

Didaktik

 

Die Buchform Taschenatlas führt zu einer sehr knappen und zusammenfassenden Ausdrucksweise der Autoren. Trotz oder gerade wegen des knappen Stils führt der Taschenatlas wohl zu keiner Zeitersparnis im Vergleich zur Nutzung eines ausführlichen Lehrbuchs. Je nach Lern- und Lesetyp kann das als Vor- und auch als Nachteil angesehen werden.

Die 201 Abbildungen verfolgen ein klares farbliches Schema. Die Bilder sind zumeist groß und übersichtlich gestaltet. Einige Ausnahme in Sachen Übersichtlichkeit bestätigen wohl wie meistens die Regel und sind wohl bei manchen Inhalten kaum zu vermeiden.

Einige Textabschnitte sind mit einem blauen Rand hinterlegt, was auf pathophysiologischen oder klinischen Inhalt hinweist, welche laut Approbationsordnung bereits im vorklinischen Abschnitt des Studiums gelehrt werden müssen. Ein Bezug zum späteren Berufsleben erleichtert dabei sowohl das Verständnis des Inhalts als auch das Verständnis dafür so viele komplexe Vorgänge erlernen zu müssen.

 

Zielgruppe

 

Aufgrund der Knappheit der Texte und der anstrengenden Handhabung des Buches diente es mir ausschließlich als Nachschlagewerk. Zum eigentlichen Lernen der Inhalte habe ich ein ausführlicheres Lehrbuch benötigt.

Dieses Buch dient als Lehrbuch also vor allem Medizinstudierenden, die mit knappen wissenschaftlichen Texten und Formeln besser zurecht kommen, als mit langen ausführlichen Sätzen.

Die sehr guten Abbildungen machen das Buch dagegen auch für visuelle Lerntypen geeignet. Ansonsten ist der Taschenatlas eher als Nachschlagewerk oder Ergänzung zu empfehlen. Rein inhaltlich gesehen bereitet das Buch wohl fast genauso gut auf das schriftliche Staatsexamen vor wie andere Buchformen.

 

Fazit

 

Der Taschenatlas Physiologie kann je nach Lerntyp sehr gut als Lehrbuch, Nachschlagewerk und Ergänzungswerk im Studium dienen. Gerade in diesem Fall sollte man sich vor einem Kauf über die Art des Buches, des eigenen Lerntyps und des Zwecks, welchen das Buch erfüllen soll, im Klaren sein.

 

 

S. Silbernagl, A. Despopoulos: Taschenatlas Physiologie, 8. Auflage, Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG, 2012. ISBN: 978-3-13-152538-3, 29,99 €

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