Taschenlehrbuch Histologie (Thieme)

Die dritte Auflage des Taschenlehrbuches Histologie von Renate Lüllmann-Rauch (Thieme Verlag) setzt es sich selbst zum Ziel, solide histologische Grundkenntnisse zu vermitteln und in klarer Abgrenzung dazu, auch physiologisches Wissen einzustreuen.  Dem „toten Wissen“ über reine Strukturen soll so Leben eingehaucht werden, um dem interessierten Studenten das Lernen schmackhafter zu machen. Den „eilige[n] studentische[n] Leser[n]“ wird geraten, die kleingedruckten Abschnitte zu überspringen. Auch stärkere klinische Bezüge, wie in fast allen Fächern der Vorklinik gefordert, möchte dieses Buch herstellen.

Das Buch gliedert sich in drei Überthemen: Zytobiologie, Allgemeinen Histologie und Mikroskopischen Anatomie. Die Abfolge der darin enthaltenen Kapitel ist klar und gut verständlich. Jeder Abschnitt beginnt zunächst mit einer kurzen Übersicht, die durch ein blaues Kästchen hervorgehoben wird. Der nachfolgende Text besticht durch seine kurzen, prägnanten Sätze und einen komprimierten Inhalt. Das Lesen längerer Passagen gerät hier jedoch durch die vielen Einschübe schnell zur Schnitzeljagd. Die Bilder (mit kleingedruckten Erläuterung) sowie die Struktur-Funktionsabrisse (ebenfalls kleingedruckt) sind direkt in den Fließtext eingebaut und schon untereinander schwer zu unterscheiden. Auch als Abgrenzung zum Haupttext zeigt sich die kleinere Schriftart beim Lesen als wenig intuitiv. Einzig die klinischen Bezüge sind durch grüne Markierungen etwas deutlicher abgehoben. Querverweise im Text zu Bildern auf weit vorangegangen Seiten schicken den Leser schließlich auch noch quer durchs Buch.

Zum Nachschlagen bestimmter Themen oder für einen groben Ausblick auf die Gesamtmaterie ist der Taschenatlas sicher zu empfehlen. Auch Bilder und Schemata sind gut erläutert. Längere Abschnitte sind aber aufgrund der Textgestaltung kaum lesbar.

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